
15 Samen
Aussaat: von Februar bis Oktober
Sechstens: 60 cm Abstand zwischen den Pflanzen und 80 cm Abstand zwischen den Reihen.
Ernte: Herbstaussaat – Sommerernte, Frühjahrsaussaat – Herbsternte
Kaffeelupine (Lupinus pilosus Murr)
Kaffeelupine (Lupinus pilosus Murr): Diese besondere Lupinenart wird im Fleimstal (Val di Fiemme) angebaut, wo sie als Slow-Food-Presidium geschützt und gefördert wird.
Nicht alle Lupinenarten können als Kaffeeersatz verwendet werden, da einige giftige Alkaloide enthalten.
Der Anbau ist einfach, aber langwierig: Die Ernte erfolgt mehrere Monate nach der Aussaat. Dies sollte bei der Planung des Standortes im Garten berücksichtigt werden.
Nun überlassen wir Slow Food das Wort:
„Unter den traditionellen Kaffeeersatzprodukten der bäuerlichen Kultur verdient sicherlich auch der aus Lupinen (Lupinus pilosus) von Altrei (Anterivo) hergestellte Kaffee eine besondere Erwähnung. Der kleine Bergort liegt, umgeben von kleinen Gärten und weitläufigen grünen Wiesen, im Fleimstal innerhalb des Naturparks Trudner Horn.
Die in Altrei angebaute Lupine ist eine einjährige Hülsenfrucht mit aufrechtem Stängel, die eine Höhe von bis zu 120 cm erreichen kann. Die seitliche Verzweigung ist stark ausgeprägt. Die Blätter sind handförmig geteilt und bestehen jeweils aus 9 bis 12 beidseitig seidig behaarten Blättchen.
Die wunderschönen blauen Blüten, die mit gelb-weißen und gelegentlich auch rosafarbenen Flecken versehen sind, stehen in Trauben zusammen. Während der Hauptblütezeit verwandeln sie die Felder in eine charakteristische blaue Landschaft.
Die weich behaarten Hülsen enthalten 2 bis 4 relativ große, zusammengedrückte Samen mit rauer Oberfläche und einer Färbung, die zwischen hell- und dunkelbraun gesprenkelt ist.
Die im Juli und August geernteten Samen werden zunächst in der Sonne getrocknet und anschließend geröstet und gemahlen. So entsteht ein aromatisches Pulver mit dem Duft von gerösteten Haselnüssen und Kakao. Nach dem Aufgießen mit kochendem Wasser und einer Ziehzeit von 5 bis 8 Minuten erhält man ein dunkles, duftendes Getränk mit angenehmem Geschmack, leicht bitteren und säuerlichen Noten.
Der ‚Kaffee von Altrei‘ (auf Deutsch: ‚Altreier Kaffee‘) ist ein fester Bestandteil des kollektiven Gedächtnisses der Einwohner des Ortes und blickt auf eine über hundertjährige Tradition zurück. Zusammen mit Kartoffeln, Kohl, Kräutern und Heilpflanzen war diese Lupinensorte seit jeher in den Bauerngärten von Altrei vertreten.
Das älteste Dokument, das den Anbau erwähnt, stammt aus dem Jahr 1887. Es handelt sich um die Biografie des Fürstbischofs Johann Baptist Zwerger, der in Altrei geboren wurde und später sein bischöfliches Amt in Graz-Seckau in Österreich ausübte. In seinen Erinnerungen schreibt er, dass diese Hülsenfrucht, die in der Region als ‚Kaffee von Altrei‘ bekannt war, ‚selbst den Ärmsten ermöglichte, einen kleinen Verdienst zu erzielen‘.
Das leichte Pulver konnte von Frauen, die zu Fuß in die umliegenden Gebiete des Südtiroler Unterlands, nach Cavalese und Capriana gingen, einfach transportiert und dort verkauft werden, um das Familieneinkommen aufzubessern.
Der Aufguss wurde hauptsächlich im Familienkreis getrunken. Da man ihm auch verdauungsfördernde Eigenschaften zuschrieb, wurde er sogar dem Vieh verabreicht.
Heute wird der Altreier Kaffee nicht nur als Getränk verwendet, sondern auch in der Küche zur Aromatisierung von Fleischgerichten sowie zur Herstellung verschiedener Spezialitäten wie Grappa, Bier, Schokolade, Eis und anderer Süßwaren eingesetzt.“
Ich habe den Text ins Deutsche übertragen und dabei den historischen und botanischen Stil beibehalten.
Link: https://www.fondazioneslowfood.com/it/presidi-slow-food/lupino-di-anterivo/
